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Leidenschaft für Landwirtschaft.

Viele Unternehmen haben eine Geschichte – manche haben Geschichte geschrieben. In der Welt der Landwirtschaft zählt CLAAS zu den prägenden Unternehmen. Begleiten Sie uns auf einen Streifzug durch die Geschichte des Unternehmens seit seiner Gründung 1913.

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Teil 1 unserer Plakatserie

Eine subjektive Geschichte des Mähdreschers

Wussten Sie, dass der Urahn des Mähdreschers bereits um 70 nach Christus von den Galliern entwickelt wurde? In unserer Plakatserie zur Geschichte der Landtechnik stellt uns Dr. Klaus Herrmann, ehemaliger Leiter des Deutschen Landwirtschaftsmuseums, seine persönlichen Technik-Highlights der Mähdrescherentwicklung vor.

Dr. Klaus Herrmann über die Mähdrescherentwicklung

Die weltweite Geschichte der Mähdruschtechnik reicht weit über den 1936 von CLAAS vorgestellten Mäh-Dresch-Binder zurück. Genau genommen bis ins Jahr 70 nach Christus, als die Gallier mit dem Mähwagen „vallus“ die Mechanisierung der Getreideernte einleiteten. Wie vielfältig sich die Mähdruschtechnik von den Anfängen bis heute bei den verschiedenen Herstellern entwickelt hat, zeigt die Übersicht „Eine subjektive Geschichte des Mähdreschers“ (Download unten). Autor des Plakats ist Dr. Klaus Herrmann, Experte für historische und aktuelle Landtechnik. Dr. Herrmann war von 1988 bis 2012 der Leiter des Deutschen Landwirtschaftsmuseums an der Universität Hohenheim.

Herr Dr. Herrmann, der "vallus" der alten Gallier gilt als die älteste bekannte Getreidemähmaschine. Was wissen wir heute über die Funktionsweise dieser Maschine?

Von einem Ochsen oder Maultier wurde das zweirädrige Gefährt ins Getreidefeld geschoben, das an der Vorderseite über aus Eschenholz gefertigte scharfkantige Raffzähne verfügte. Mit ihrer Hilfe wurden die Ähren von den Halmen abgestrippt und in einen Kasten fördert. Eine in den 1950er-Jahren von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) vorgenommene Rekonstruktion ergab, dass mit dem Gallischen Mähwagen so viel Getreide geerntet werden konnte, wie dies zuvor sieben geübten Schnittern mit der Sichel möglich war.

Wie entwickelte sich die Getreideernte danach weiter?

Das Wissen um den Mähwagen geriet im Mittelalter in Vergessenheit. Sichel und Sense bestimmten über gut anderthalb Jahrtausende die Ernte. Ohne Fortschritt aber war auch diese Zeit nicht. In den Niederlanden entwickelten Bauern zu Beginn des 16. Jahrhunderts die Hausense, auch Sichte genannt. Typologisch steht sie zwischen Sichel und Sense, brachte größere Flächenleistung, die allerdings mit höherem Körnerverlust einherging. Ihr Einsatz wollte wohlüberlegt sein, weshalb das Gerät nur regionale Bedeutung erlangte.

Dr. Klaus Herrmann, Leiter des Deutschen Landwirtschaftsmuseums 1988 - 2012.

Was waren entscheidende Gründe für die rasante Entwicklung der Landtechnik in den vergangenen zwei Jahrhunderten?

Die von annähernd einer Milliarde Menschen im Jahr 1800 auf derzeit etwa 7,6 Milliarden Menschen angewachsene Erdbevölkerung verlangt nach mehr und besseren Nahrungsmitteln. Intensivierung von Pflanzenbau und Viehwirtschaft ist das Gebot der Stunde. Hinzu kommen neue, ertragreiche Pflanzen, die ohne effiziente Verfahren nicht erfolgreich zu kultivieren sind. Da sind technische Hilfsmittel unverzichtbar. Anfangs aus Holz gefertigt, erwiesen sich nach und nach Eisen und Kunststoff als überlegen und bewirkten revolutionäre Entwicklungssprünge. Auch heute befindet sich die Landtechnik in einem revolutionären Umbruch. Sie wird digital und intelligent und so in die Lage versetzt, die Nahrungsmittelproduktion in Zukunft zu gewährleisten.

Was waren wichtige Entwicklungsstufen zum modernen Mähdrescher?

Nach den Handarbeitsgeräten kam die Gespanntechnik. Mit dem von Pferden gezogenen Mähbinder schien Ende des 19. Jahrhunderts das optimale Verfahren für die Getreideernte gefunden zu sein. Doch der Verbrennungsmotor eröffnete neue, zuvor ungeahnte Chancen. Er machte den Mähdrescher, zuerst in gezogener, dann in selbstfahrender Version möglich, in den im Laufe der Jahre zusätzliche Arbeitsgänge integriert wurden. Zu Schnitt und Drusch kamen Reinigung und Sortierung sowie das immer aufwändiger werdende Strohmanagement. Dabei war nichts zufällig. Hinter der Getreideernte mit dem Mähdrescher steckt ausgeklügeltes Know-how - Hightech im wahrsten Sinne des Wortes.

Was glauben Sie persönlich, wo die Entwicklung des Mähdreschers in Zukunft hingehen könnte?

Der Mähdrescher hat eine hohe technische Perfektion erreicht. Dennoch gibt es sowohl bei der Arbeitsleistung als auch bei der Maschinentechnik selbst immer noch Potenzial nach oben. So weist die digitale Revolution den Weg hin zu automatischem und gleichzeitig vernetztem Arbeiten, ohne das es in Zukunft nicht gehen wird. Die Entwicklung wird spannend bleiben, auch wenn am Mähdrescher selbst kein Weg vorbeiführen wird.

Plakat hier downloaden

Die Plakatserie im vollständigen Überblick:

  • "Eine subjektive Geschichte des Mähdreschers" (Teil 1), zum Artikel geht es hier lang.
  • "Eine subjektive Geschichte der Halmfutterernte " (Teil 2), zum Artikel geht es hier lang.
  • "Eine subjektive Geschichte des Traktors" (Teil 3), zum Artikel geht es hier lang.